Nöll macht Wohnraum.

Berlin ist eine tolle Stadt. Kein Wunder, dass alleine im vergangenen Jahr mehr als 40.000 Menschen aus aller Welt Berliner geworden sind. Es ist gerade diese Vielfalt, die unsere Stadt so lebenswert macht. Das gilt auch für unseren Kiez. Die Mischung macht Moabit und den Brüsseler Kiez besonders.

Deshalb ist mir bezahlbaren Wohnraum, insbesondere für Normalverdiener, so wichtig. Mit Mietpreisbremsen und Milieuschutz werden wir das aber nicht schaffen. Was wir brauchen ist mehr Wohnraum durch Neubau.

Mehr Mut beim Wohnungsbau:
Wir brauchen mehr Mut für eine neue großstädtische Baupolitk, wie es in diesem Jahr auch schon der Architekt Hans Kollhoff gefordert hat. Dieses Thema darf nicht an individuellen Befindlichkeiten scheitern. Es kann nicht sein, dass wir über Wohnungsnot klagen aber am Tempelhofer Feld nicht einmal Randlagen bebauen.

Dachgeschosse ausbauen, niedrige Gebäude aufstocken:
Wenn wir Leerstände konsequent sanieren, Dachgeschosse ausbauen und niedrige Gebäude – wie zum Beispiel viele Supermärkte – aufstocken, können wir auch im Kiez jede Menge neuen Wohnraum schaffen. Dazu möchte ich ein Förderprogramm auflegen. Die Schaffung von Wohnraum muss in unserer Stadt endlich Chefsache werden. Wir brauchen zudem eine Senkung der Grunderwerbssteuer bei Eigennutzung.

Dichter Bauen und gemischt Nutzen für lebendige Kieze:
Wir brauchen eine dichtere und tiefere, städtischere Bebauung. Auch wenn Verdichtung kein schönes Wort ist: Die Kanadierin Jane Jacobs hat bereits in den 60er Jahren nachgewiesen, dass Hinterhöfe und eine gute Mischung von Wohnen, Gewerbe und Handel, die Lebensqualität von Stadtvierteln deutlich steigern kann.

Mehr Wohnungen für Obdachlose:
In unserer Stadt leben nach jüngsten Schätzungen ungefähr 10.000 obdachlose Menschen. Wir sollten die Wohnungen, die als Modulbauten im Zuge der Flüchtlingskrise errichtet wurden, künftig für Obdachlose herrichten. Gerade für obdachlose Frauen und Kinder ist ein sicheres Zuhause wichtig.

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